Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) fördert das Verbundprojekt „optiSEP – Transsektorale Optimierung der Versorgungsprozesse bei Sepsis auf Basis interoperabler Routinedaten“. Das Projekt soll ab September 2026 vollumfänglich starten.
Sepsis zählt mit rund 75.000 Todesfällen jährlich zu den häufigsten vermeidbaren Todesursachen in Deutschland. Trotz zahlreicher Qualitätsinitiativen bestehen weiterhin Defizite – von Prävention und frühzeitiger Erkennung über Diagnostik und Therapie bis zur Nachsorge. Genau hier setzt optiSEP an: Ziel ist es, die Versorgung von Sepsispatient:innen sektorenübergreifend zu verbessern und kritische Schwachstellen entlang der Behandlungskette – von Rettungsdienst und Notaufnahme über Intensivstation bis zur Rehabilitation – konsequent zu beheben.
Kern des Projekts ist die digital verknüpfte, interoperable Nutzung von Routinedaten aus allen Phasen der Patientenbehandlung. Darauf aufbauend sollen künftig datengestützte Entscheidungshilfen entwickelt werden, um risikoreiche Verläufe früher zu erkennen und klinische Entscheidungen schneller zu unterstützen. Ergänzend sollen standardisierte Behandlungspfade eine leitlinienkonforme Versorgung über Sektorengrenzen hinweg unterstützen. Ein patientenzentriertes Nachsorgekonzept zielt darauf ab, Langzeitfolgen nach überstandener Sepsis zu reduzieren.
Eine zentrale Rolle spielt zudem die molekulare Erregerdiagnostik mittels Next-Generation Sequencing (NGS), die – insbesondere bei zeitkritischen Verläufen – eine frühere und präzisere Erregeridentifikation unterstützen und damit eine gezieltere antiinfektive Therapie ermöglichen kann.
Perspektivisch hat optiSEP das Potenzial, als Modell für weitere Indikationen zu dienen – und setzt zugleich wesentliche Anforderungen des zum 1. Januar 2026 gestarteten Qualitätssicherungsverfahrens „Diagnostik und Therapie der Sepsis“ in die Praxis um.
Weitere Infos finden Sie auf der Webseite des G-BA.
| Kontaktperson | Gina Crocoll (M.Sc.) |